Künstliche Intelligenz hilft auch bei der Webseiten-Gestaltung

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Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist ein angesagtes Buzzword. AI oder ausgeschrieben Artificial Intelligence elektrisiert derzeit fast alle Branchen. Dabei ist die Technologie längst keine Zukunftsmusik mehr. Ein Beispiel für AI ist die Fotosuche auf dem Smartphone, egal ob nun mit iOS oder Android. Ohne dass Schlagworte (Tags) vergeben wurden, findet die Software alle Bilder mit einem „Hund“ oder am „Strand“. Ingenieure haben Software entwickelt, die Bildinhalte erkennen und im Laufe der Zeit lernen, die Bildinhalte immer genauer zu erkennen. Konnte Software bislang nur das erledigen, wofür Programmierer entsprechende Codezeilen geschrieben hatten, lernt bei AI die Software aus ihrer Erfahrung und verbessert so das Anwendungsergebnis.

Kamera erkennt Restaurant

„Es geht um den Übergang von einer Welt, in der sich alles um das Smartphone dreht, zu einer, die von künstlicher Intelligenz bestimmt wird“, sagte Sundar Pichai, CEO von Google bei der diesjährigen Entwicklerkonferenz Google I/O im Silicon Valley. Dabei stellte er die AI-Funktion „Google Lens“ vor. Der Nutzer hält die aktivierte Kamera des Smartphones auf den Eingang eines Restaurants. Im Hintergrund werden die Nutzerbewertungen gesucht und angezeigt. Die optische Erkennung funktioniert auch mit Blumen und anderen Dingen.

Auch hinter dem Google Assistenten, der Spracherkennung von Google, steckt künstliche Intelligenz. Diese Funktion ist im Lautsprecher Google Home (kommt demnächst nach Europa) als auch in neueren Android-Smartphones integriert. Google hat bereits angekündigt den Google Assistenten als eigene App für das iPhone anzubieten. Das dürfte Apple, die mit Siri einen eigenen Sprachassistenten anbieten, gar nicht gefallen. Doch die App im Store nicht zulassen, kann Apple aus wettbewerbsrechtlichen Gründen auch nicht. Sprache ist für sämtliche Technologie-Anbieter das „nächste große Ding“. Gesprochene Worte in maschinenlesbare Befehle umzuwandeln ist eine Königsdisziplin der künstlichen Intelligenz und verringert die Barriere zwischen Mensch und Maschine. Für ein einfaches Licht anschalten, das Smartphone aus der Tasche holen, aus dem Standby wecken, die App aktivieren und wischen, ist viel zu mühsam. Hier ist der einfache Schalter an der Wand überlegen. Doch mit vollen Händen nur den Befehl „Siri, mach das Licht in der Küche an“, aussprechen ist wiederum sehr komfortabel. Darum wetteifern neben dem HomePod (Siri) noch Alexa / Echo (Amazon), Cortana (Microsoft) und Bixby (Samsung) um die Stimme des Nutzers.

AI bei der Webseiten-Gestaltung

Künstliche Intelligenz erobert den Verkehr. Wenn wir über autonomes und vernetztes Autofahren reden, geht das nicht ohne AI. Die Datenmenge, die Kamera, Ultraschall-, Radar- und Lidar-Sensoren erfassen müssen verarbeitet und ausgewertet werden. Dabei hilft künstliche Intelligenz. Ein Auto kann von anderen Autos lernen, was Wegführung, Beschilderung, Straßensituation und ähnliches angeht. Ein Roboter wie Pepper ist ohne AI nicht denkbar. Und als Artificial Design Intelligence (ADI) hilft die Technologie auch bei der Webseiten-Gestaltung. „Wix ADI ist die weltweit erste Technologieplattform, die Website-Design und Content-Erstellung mit künstlicher Intelligenz kombiniert, um komplette Webseiten in wenigen Minuten zu schaffen“, sagte Avishai Abrahami, Co-Gründer und CEO von Wix. Das israelische Unternehmen aus Tel Aviv, bietet einen Homepage Baukasten. Nutzer können sich ohne HTML-Kenntnisse sich für ihr Hobby oder ihren Beruf einen professionellen Webauftritt zusammenstellen. Für Bands bietet Wix beispielsweise einen digitalen Werkzeugkasten, der sämtliche Bedürfnisse von Musikvertrieb über Merchandising bis zur Tourneeplanung abdeckt.

Für das neueste Produkt ADI hat Wix die Webseitenstruktur von 86 Millionen Nutzern ausgewertet. Inzwischen hat der Anbieter über 100 Millionen Nutzer. Die Auswertung konzentrierte sich auf die beliebtesten Templates für das Layout, die Farben und verwendeten Schriften. Daraus erstellte Wix Algorithmen, die den Aufbau einer neuen Webseite stark vereinfachen. „Mithilfe der künstlichen Intelligenz lassen sich komplette Webauftritte innerhalb von Minuten erstellen“. Sagt Avishai Abrahami. Der Nutzer beantwortet zunächst einige Fragen und daraus errechnet das System passende Designvorschläge. Aus Milliarden unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten entsteht so ein individueller Webauftritt. „So gibt es keine Webseite zwei Mal. Die Kombination aus Bildern, Texten, Farben, Schriftarten und –größe ist einmalig“, sagt Nitzan Achsaf, Head of ADI bei Wix. Ist der Nutzer mit den Vorschlägen des Systems nicht zufrieden, kann er sämtliche Gestaltungselemente mit wenigen Mausklicks seinen Wünschen anpassen. Neben dem Layout bietet ADI auch passenden Schnittstellen zur Einbindung von Inhalten aus Social Media-Plattformen. Auch die spätere Erweiterung von Webauftritten mit neuen Rubriken oder neuen Unterseiten ist schnell und einfach realisiert. Wix wird weltweit ausgerollt, doch ist das ADI-Menü zunächst nur auf Englisch verfügbar.

Kontrolle über AI behalten

Wenn bei der Artificial Intelligence die Software lernt und sich eigenständig weiterentwickelt, birgt die Technologie in Autos und Steuerzentralen potentielle Risiken. Elon Musk, Chef von Tesla und Space X sowie angehender Tunnelbohrer, ist nicht gerade als ängstlich bekannt. Doch vor möglichen fatalen Folgen der AI-Technologie hat der Unternehmer schon Angst: „Ich denke, wir sollten sehr vorsichtig mit künstlicher Intelligenz umgehen. Wenn ich sagen sollte, was unsere größte existentielle Bedrohung darstellt, dann vermutlich AI. Also müssen wir aufpassen.Ich bin immer mehr geneigt, dass wir eine regulatorische Aufsicht benötigen, vielleicht auf nationaler als auch internationaler Ebene, nur um sicherzustellen, dass wir nichts Dummes tun.“ Natürlich möchte der Serien-Unternehmer im Geschäft mit AI mitmischen. Bei seiner jüngsten Unternehmung Neuralink arbeiten Forscher am Brückenschlag zwischen menschlichem Gehirn und Computersteuerung.

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