Nun doch: Umweltprämie für das Model S

Tesla Model S umweltprämie

Es hat ein wenig gedauert, aber nun hat Tesla ein Preismodell im Angebot, das Käufer des Elektroautos zum Einstreichen der Umweltprämie berechtigt. Das günstigste Basismodell des Models S kostet laut Preisliste in Deutschland 57.929,75 Euro (netto) und liegt somit unterhalb der Fördergrenze von 60.000 Euro.

Die Prämie in Höhe von 4.000 Euro für ein reines Elektroauto teilen sich Autohersteller und Bundesregierung. Laut Teslas ist der Umweltbonus von Herstellerseite bereits in den Preis mit eingerechnet. Wer die verbleibenden 2.000 Euro vom Staat haben möchte, muss nach dem Kauf einen Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen.

Umweltprämie lockt wenige Käufer

Seit Mitte November 2016 taucht das Model S als Nummer 85 in der BAFA-Liste der rund 100 förderfähigen Autos auf. Bislang ist die Umweltprämie kein allzu großer Erfolg. Bis zum 31. Oktober 2016 wurden nur 5.782 Förderanträge gestellt. Davon entfallen 3.343 auf reine Elektroautos. Der Rest sind Hybridfahrzeuge sowie ein einziges Brennstoffzellen-Auto. In der Zulassungsliste stehen auf den beiden ersten Plätzen die Hersteller BMW und Renault. Die Umweltprämie hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihrem Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu haben, nicht spürbar näher gebracht.

Basismodell Model S von Tesla
Basismodell Tesla Model S für unter 60.000 Euro (netto)

Als die Umweltprämie Ende April 2016 angekündigt wurde (gilt für Zulassungen ab dem 18. Mai 2016), lag das „kleinste“ Model S mit 70 kWh-Batterie bei 69.425 Euro netto. Damit fiel es nicht unter die Förderung. In den Monaten seit der Einführung haben sich die Amerikaner etwas ausgedacht, um den Kaufpreis zu senken. Tesla deaktiviert etliche Komfortfunktionen. Dazu zählen:

  • Navigation
  • Rückfahrkamera
  • Internet-Radio
  • Totwinkel Warnung
  • Fahrersitz mit Memory-Funktion
  • Parksensoren
  • elektrisch einklappbare Außenspiegel
  • Spurverlassenswarnung
  • HomeLink Garagentoröffner
  • Leistungssteigerung (begrenzt ohne Komfort-Paket)

Natürlich möchte kein Fahrer auf die Navigation im Tesla verzichten. Zumal sie elementar bei der Berechnung von Ladestopps an den Schnellladestationen (Superchargern) auf einer Route ist. Darum gibt es nun im Design-Studio ein „Komfort-Paket“, dass sich für den Kauf deaktivieren, aber nachträglich wieder einschalten lässt (Kostenpunkt 5.200 Euro).

Komfortpaket Tesla

 

Nicht alles lässt sich nachrüsten

Auch andere Dinge lassen sich im Model S nach dem Kauf noch aktivieren, allerdings wird das teurer. Die verbesserte Autopilot-Funktionalität kostet nachträglich 6.600 statt 5.500 Euro und das „volle Potenzial für autonomes Fahren“ wird mit 4.400 statt 3.300 Euro berechnet. Auch das Speichervolumen der Batterie kann man per Zuzahlung erweitern. Tesla baut Batterien mit 75 Kilowattstunden (kWh) Speicherkapazität in das Model S, schaltet aber beim Kauf nur 60 kWh frei. Ein Vorteil: Selbst wenn man den Energiespeicher randvoll lädt, dürfte man ihn nicht schädigen, da ja noch ausreichend Kapazität vorhanden ist.

Was sich allerdings nicht nachrüsten lässt sind der Allradantrieb, das Kaltwetter-Paket, das Premium-Upgradepaket sowie Ausstattungsmerkmale wie ein Glasdach und die Lackierung. Wenn ich also mehr Licht im Wagen haben möchte (Glasdach + 1.700 Euro) und meine Lieblingsfarbe Deep Blue Metallic (+ 1.100 Euro) haben möchte, steigt der Nettopreis auf 60.282,69 Euro. Bye, bye Umweltprämie.

Lebenslanges Laden am Supercharger

Wer sich jetzt noch für ein Model S entscheidet, wird ein (Auto-)Leben lang kostenlos Strom an den Superchargern ziehen können. Die Bestellung muss bis zum 1. Januar 2017 erfolgt sein und die Auslieferung vor dem 1. April 2017 erfolgen. Für alle Käufe / Auslieferungen nach diesen Terminen führt Tesla Supercharger-Credits ein. 400 Kilowattstunden Strom sind pro Jahr und Auto kostenlos (sollte für 1.600 km reichen), alles darüber hinaus, müssen die Tesla-Fahrer bezahlen. Das Unternehmen schreibt dazu:“… wird eine kleine Gebühr beim superchargen anfallen, die stufenweise berechnet- und weniger kosten wird, als das Auftanken eines vergleichbaren Verbrennerfahrzeugs.“

Ob allerdings drei Prozent Rabatt (bei 69.020 Euro Bruttopreis) Käufer zum Kauf der Oberklasselimousine verleiten, wenn sie gleichzeitig auf Teile ihrer Wunschausstattung verzichten müssen, darf stark bezweifelt werden.

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