Mit dem Kindle Tausende Bücher in der Hand

Der klassische Kindle versus Kindle touch (c) dk

Im Urlaub schaffe ich richtig viele Bücher, aber ein halbes Dutzend im Koffer mitschleppen? Bei der Weltraumbehörde kann es immer etwas dauern, aber für die Wartezeit einen dicken Schmöker mitschleppen? Das hat sich für mich jetzt geklärt, ich habe stets und ständig einen eBook-Reader dabei. Für den Einstieg habe ich es mit einem Kindle (99 Euro) und einem Kindle touch (129 Euro) probiert.

Die Vorteile liegen in der Hand:

  • Mit 99 Euro ist es ein günstiger Einstieg in eine digitale Bibliothek.
  • Der Kindle wiegt gerade mal 170 Gramm, weniger als die meisten gebundenen Bücher.
  • Das Gerät ist sofort an und lesebereit. Die Batterie hält gefühlt „ewig“.

Jetzt ziehe ich in jeder Warteminute den Kindle aus der Tasche und lese in einem Buch, Magazin oder einer Tageszeitung. Wobei 15 Zentimeter Bildschirmdiagonale sind zu Beginn schon gewöhnungsbedürftig. Die meisten Buchseiten sind größer, aber das hat man schnell raus. Wer regelmäßig ein Smartphone oder Tablet mit Touchscreen nutzt, sollte gleich die 30 Euro mehr investieren und das Kindle touch erwerben. Allein die Eingabe des WLAN-Passwortes sowie des Amazon-Nutzerkontos treiben einen in den Wahnsinn, wenn man die Buchstaben über die Wippe auswählen muss.

Kindle im UrlaubSync per Whispernet

Ja aber, sagen da die Kenner: Diese Daten gibt man doch nur einmal am Anfang ein und dann muss man kaum noch Tippen. Stimmt, aber mich hat es wahnsinnig gemacht. Allein für den Wechsel der Seitenansicht ins Querformat musste ich sieben mal eine Taste drücken. Mein iPad macht das von ganz allein! Natürlich kann man die Bücher, Zeitungen und Zeitschriften auf dem Kindle auswählen und herunterladen, doch viel bequemer geht das am Computer. Am großen Monitor und in Farbe ist der Bücherbummel deutlich komfortabler. Ist man mit denselben Kontodaten am Rechner angemeldet, wird ein erworbenes Buch innerhalb von Sekunden über Amazons Whispernet auf das Kindle übertragen. Auf diesem Weg werden auch Lesezeichen und Notizen in Büchern synchronisiert, falls man mehrere Geräte nutzt. Die Bücher lassen sich ja auch mit der Kindle-App auf einem iPhone oder iPad lesen.

Einhandbedienung

In der Klassik-Version tippen Sie zum Blättern auf die Tasten am Rand. Vor- und Zurück gibt es jeweils auf beiden Seiten – für Links- und Rechtshänder. Auf dem Kindle touch wird nicht gewischt, sondern an den Bildrand getippt, um zu blättern bzw. das Menü einzublenden. Zum Glück muss man auch bei der Touch-Version nur selten Text eingeben, denn die Zeit zwischen Antippen eines Buchstabens und seines Erscheinens im Textfeld ist galaktisch lang – eigentlich indiskutabel.

Kindle blinkt

Woran ich mich bei beiden Varianten nicht gewöhnen kann ist das Blinken des Bildschirms. Nicht im normalen Betrieb, da ist alles ruhig. Aber sobald man einen Befehl eingibt, blättert, das Menü öffnet, einen Schritt zurück geht, schaltet der Bildschirm von Schwarz-Grau auf Grau-Schwarz, manchmal sogar mehrfach. Beim mir weckt das Erinnerungen an den Moment, bevor mein erster Monochrom-Computermonitor sein Leben aushauchte. Vielleicht ist es nur die Assoziation eines Computer-Nerds und Sie wird das gar nicht stören, also achten Sie erst gar nicht drauf …

Perfekt bei Tag

Gestochen scharf ist hingegen das Schriftbild. Die E-Ink-Technik sorgt dafür, dass man wie auf echtem Papier liest. Mit allen Vor- und Nachteilen, was das Tageslicht angeht. Wird es dunkel, können Sie nichts mehr sehen, dann benötigen Sie eine dieser Aufstecklampen aus der Zubehör-Abteilung oder die Taschenlampe unter der Bettdecke, falls der Partner bereits die Augen zu hat. Dafür können Sie im Strandkorb, auf der Liege, in der Hängematte wunderbar lesen, hier haben die hintergrundbeleuchteten Tablets wie das iPad das Nachsehen.

Kindle lesen im DunkelnTausende Bücher immer mit dabei

Mit seinen Ausmaßen von 166 mm x 114 mm x 8,7 mm passt der Kindle in jede Tasche und jedes Reisegepäck. Mit dem mitgelieferten USB-Kabel laden Sie das Gerät an einem Computer in drei Stunden komplett auf. Ein Netzteil ist nicht dabei, doch können Sie auch ein Smartphone-Netzteil verwenden. Ihnen stehen rund 1,25 GB der insgesamt 2 GB Speicherplatz für Ihre Inhalte zur Verfügung. Ein klassischer Roman (nur Text, keine Bilder) ist zwischen 500 und 700 Kb groß, also ausreichend Platz. Jeder Kindle hat eine eigene Mail-Adresse. Hierhin können Sie Seminararbeiten, Studien, Aufsätze und andere Texte senden, um sie auf dem eBook-Reader zu lesen. Das Gerät kommt mit den gängigen Formaten Txt, Doc, Docx und PDF zurecht. Darüber hinaus „versteht“ es AZW (Kindle), ungeschütztes MOBI, PRC nativ, HTML sowie die Bildformate JPEG, GIF, PNG und BMP (nach einer Konvertierung). Unter der Rubrik Experimentell führt der Kindle einen Browser, doch Webseiten auf dem Monochrom-Bildschirm aufzurufen, macht nur bedingt Spaß und bei der klassischen Version kommt die mühsame Adresseingabe über die Wippe hinzu.

Haben Sie mal keine Lust zu lesen, können Sie sich Bücher auch vorlesen lassen. Hiermit sind allerdings echte Hörbücher gemeint, die der Kindle über einen angeschlossenen Kopfhörer wiedergibt. Da Audible nun zu Amazon gehört können Sie Hörbücher direkt ans Kindle liefern lassen. Mein Praxistest steht hier allerdings noch aus und wird nachgereicht.

Natürlich gibt es noch andere eBook-Reader wie den Sony Reader, den Android-Reader Archos oder den Oyo von Medion, den Thalia vertreibt, doch Amazon dominiert den Versandbuchhandel und ist auf dem besten Wege, auch den Markt für elektronische Lesegeräte anzuführen. Mit rund einer Million Büchern auf Deutsch und Englisch ist das Angebot im Kindle-Shop eben bislang einzigartig. Im Online-Shop finden Sie auch die Lesegeräte ab 99 Euro, wobei meine Empfehlung klar zum Kindle touch tendiert. Wer mag, sollte sich auch den Kindle touch 3G (Bücher im Mobilfunknetz herunterladen) und den Kindle Keyboard 3G (mit fester Tastatur) einmal genauer anschauen.

Captain Gadgets Wertung:

Captain Gadgets Mützen-WertungVom Captain getestet

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