Elektroauto mit Solarzellen auf der Karosserie

Elektroauto Sion

Elektroauto und Solarzellen − eine gute Kombination. Der Sion hat seine Solarzellen gleich mit dabei: Auf Dach, Heck und Motorhaube sind insgesamt 7,5 Quadratmeter monokristaline Siliziumzellen unter schützendem Polycarbonat angebracht. Die 349 Zellen mit einem Wirkungsgrad von 22 Prozent leisten bis zu 1.144 Watt Peak. Die Solarzellen auf der Karosserie sind wetterbeständig und kratzfest. Die Sonne lädt Sion im Stand als auch während der Fahrt für bis zu zusätzliche 30 Kilometer Reichweite auf. Insgesamt liegt die Reichweite des Elektroautos bei 250 Kilometer. Eine weitere Besonderheit: Die Batterie funktioniert bidirektional. Sie gibt also auch Strom ab. Auf dem Campingplatz oder am Ferienhaus kann man damit den Fernseher, Kühlbox oder die Bohrmaschine betreiben (230 Volt bis zu 2.000 Watt).

Das fünftürige Elektroauto hat sechs Sitzplätze und optional eine Anhängerkupplung. Zentrale Steuereinheit ist ein 10-Zoll großes Display in der Konsole. Smartphones werden über WLAN oder Bluetooth verbunden, so dass die gewohnten Apps für Navigation oder Musikwiedergabe vom Fahrer genutzt werden können.

Kaufentscheidung erst nach Probefahrt

Die drei Gründer, Jona Christians, Navina Pernsteiner und Laurin Hahn, aus München haben drei Jahre lang an einem Pre-Prototypen gearbeitet. Nun sammeln sie über Crowdfunding das notwendige Kapital für mehrere Prototypen ein. Ab 50 Euro erkauft man sich eine Probefahrt, die voraussichtlich Mitte 2017 stattfinden wird. Für höhere Beträge gibt es Rabatte auf die beiden Sion-Modelle Urban und Extender. Wobei die finale Kaufentscheidung muss der Investor erst nach der Probefahrt fällen. Wer die Idee einfach nur unterstützenswert findet, spendet bei Indiegogo 5 oder 15 Euro.

Luftfilter aus Moos

Die Bayern haben es ja mit der Natur. Aber die Idee hört sich erst mal irre an: Die Luft im Innenraum des Elektroautos wird durch Moos im Armaturenbrett gefiltert. Die Mikrostrukturen des Naturmaterials filtern Feinstaubpartikel aus der Außenluft. Zusätzlich absorbiert das Moos Schall, so dass es im Innenraum noch leiser ist. Die Macher nennen das System breSono. Gießen muss der Fahrer das Moos nicht, es holt sich Wasser aus der angesaugten Luft.

Sion Elektroauto Moos Filter

Mit dem Ersatzteil- und Service-Markt wollen die drei Gründer kein Geschäft machen. Jeder kann Sion-Ersatzteile per Versand nach Hause bestellen und mithilfe von Anleitungsvideos beispielsweise den defekten Außenspiegel austauschen. Die reSono-Plattform wird offen sein. Somit dürften sich bei entsprechender Verbreitung, freie Werkstätten auf das Sion-System einlassen und Reparaturen sowie Service für das kleine Elektroauto anbieten.

Günstiges Elektroauto

Der angepeilte Preis liegt bei: 16.000 Euro für den Extender mit 250 km Reichweite (30 kWh Batterie) und 12.000 Euro für das Modell Urban mit 120 km Reichweite (14,4 kWh Batterie).

Sion Elektroauto
Das Crowdfunding-Video direkt auf Englisch zu produzieren, ist konsequent und mutig. Der Captain hegt nur eine Sorge: Der deutsche Akzent der drei Sprecher lenkt von den tollen Inhalten ab. Vielleicht wäre die Investition für einen native Speaker ebenfalls eine gute Idee gewesen. Ansonsten: Beide Daumen hoch für eine hervorragende Idee.

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