Eigene Webseite erstellen: CMS oder Baukasten?

Webseite erstellen
Vor der Herausforderung, eine eigene Website zu erstellen, steht irgendwann jeder Gadget-Freund – sei es für den Verein, Freunde, eine Familienfeier oder das eigene Hobby. Dann hat man die Wahl zwischen All-in-One-Baukästen oder einem Content-Management-System (CMS) auf dem eigenen Server.
Ich bin ein großer Freund von eigenen CMS, weil es einem alle Möglichkeiten offen lässt und vollständig skalierbar ist. Unter einem CMS versteht man Software beispielsweise von Typo 3, Drupal, Contao, Joomla oder WordPress. Ich bin durch Zufall bei WordPress gelandet und habe das nie bereut. Um die Webseite unter einer eigenen Adresse (URL) nutzen zu können, benötigt man Webspace (Speicherplatz auf einem Server) bei einem Hosting-Anbieter. Die meisten Hoster bieten Unterstützung bei der Installation der gängigen CMS. Inzwischen ist die Installation von WordPress inklusive der Einrichtung einer Datenbank aber dank der ausgefeilten Anleitung keine Hürde mehr.

Sicherheits-Plugin einrichten

Wichtig ist, dass man keinen Nutzer mit dem Namen „Admin“ einrichtet. Damit müssen Angreifer nur noch das Passwort knacken und kennen bereits 50 Prozent der Zugangsdaten. Man sollte einen Fantasienamen als Benutzernamen wählen. Damit Hacker keine Spam-Links platzieren, empfehle ich im ersten Schritt die Installation eines Sicherheits-Plugins. Für mich leisten All-in-One WP Security und Wordfence gute Arbeit. Hier kann man festlegen, nach wie vielen Einwahlversuchen die IP-Adresse des Angreifers komplett oder für eine bestimmte Zeit gesperrt wird. Aber aufgepasst: Das gilt auch für Euch, wenn Ihr Euch beim Login wiederholt vertippt!

Layout auswählen und wechseln

Der Look der Webseite heißt Theme bei WordPress. Da Layout und Inhalte im CMS getrennt sind, ist der Wechsel des „Looks“ einer Homepage kein Problem. Es gibt hunderte kostenloser Themes zur Auswahl. Wer es gern etwas umfangreicher und professioneller möchte, im englischsprachigen Sprachraum haben sich diverse Plattformen etabliert, auf denen Designer und Entwickler Themes als auch Plugins zu überschaubaren Preisen anbieten. Insbesondere wer einen Kalender, eine Buchungsfunktion oder einen Shop auf seiner Seite einbinden möchte, wird hier fündig.

Content Management Systeme im Vergleich

Vorteile Nachteile
* Open Source = viele Entwickler und stets
aktuell
* Benötigt Webspace
bei einem Hosting-Anbieter
* Plugins: (Fast) jeder
Funktionsbedarf abgedeckt
* Beliebtes Angriffsziel
bei Hackern
* SEO-freundlich  * Immer ein Auge auf
Aktualität des CMS und der Plugins haben
* Skalierbar  * Um Backups der Datenbank und Inhalte kümmern

Webseite mit Baukasten erstellen

Die andere Option ist ein Baukastenanbieter wie Beispielsweise Wix. Das israelische Unternehmen macht es Einsteigern ohne HTML-Kenntnisse leicht, eine professionell aussehende Webseite zu erstellen. Dabei wählt man zwischen vorgegeben Layout-Typen und Seitenelementen aus, die man per Click & Drop zusammenstellt. Im Idealfall, ist die eigene Webseite innerhalb weniger Minuten fertig. Im schlimmsten Fall sieht sie allerdings einer anderen Webseite zum Verwechseln ähnlich.

Wix-Code für ambitionierte Einsteiger

Darum bietet das Unternehmen mit Wix Code einen umfangreichen Werkzeugkasten, mit dem auch Einsteiger in die Lage versetzt werden, „unter der Motorhaube“ ihrer Webseite Veränderungen vorzunehmen. Wix stellt zum Beispiel Schnittstellen (API) für interne als auch externe Dienste zur Verfügung. Über JavaScript können diese Dienste angesprochen werden. So lässt sich beispielsweise auf einer Ferienhaus-Webseite das aktuelle Wetter am Ort anzeigen oder die Anfahrtsbeschreibung per Google Maps. Auch Dienste von Dropbox, IFTT, YouTube, Facebook oder Amazon lassen sich in die eigene Webseite einbinden.
Auch eigene Datenbanken, so genannte Database Collections, kann man mit Wix Code erstellen. Dabei sehen die Datensammlungen hier eher wie Excel-Tabelle aus, statt der etwas unübersichtlichen Oberfläche wie man sie von PHP MyAdmin kennt. Eine Datenbank bietet sich an, wenn man mehrere Datensätze nach dem gleichen Muster präsentieren oder zur Suche anbieten möchte, also beispielsweise Rezepte, Ferienhäuser, Fortbildungskurse, Film- oder App-Bewertungen. Mit der Funktion Dynamic Pages erstellt man das Layout unterschiedlicher Seiten ein einziges Mal und verknüpft die Seiteninhalte mit der jeweiligen Datenbank.

Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

Unter der Rubrik User Input kann man mit Wix Code schnell ein Formular, eine Bewertungs-Funktion oder ein Quiz erstellen, ohne eine einzige Zeile Programmcode schreiben zu müssen. Die Daten der Nutzer werden in der Datenbank gespeichert und können so an anderer Stelle der Seite genutzt werden, z.B. in Form von Auswertungen.
Mit Customs Interactions macht man seine Webseite lebendiger. Dazu ist nur ein wenig JavaScript notwendig. Ein Button verändert seine Farbe, wenn man mit der Maus drüber fährt oder die Auswahl verändert sich, wenn man über eine Grafik geht (Hover-Effekt). Diese Interaktionen machen eine Webseite erst lebendig und geben dem Besucher zusätzlich Orientierung.
Für Einsteiger in das Thema Webseiten-Programmierung gibt es umfangreiche Anleitungen inklusive diverser Videotutorials. Noch ist Wix Code im Beta-Stadium. Jeder Wix-Kunde kann das Angebot ausprobieren und wird lediglich um Feedback zu den Funktionalitäten gebeten. Das Angebot von Wix Code wird laufend weiterentwickelt. Auf der To-do-Liste stehen unter anderem ein geschlossener Mitgliederbereich auf einer Webseite (mit Login), Styling-APIs, die Vergabe von Rollen- und Nutzer-Rechten sowie eCommerce-Schnittstellen.

Baukasten-Systeme im Vergleich

Vorteile Nachteile
* Keine technischen Kenntnisse notwendig * Begrenzte Gestaltungs-
möglichkeiten
* Layout und Hosting
aus einer Hand
 * Kein „Schrauben unter der Motorhaube“ (außer
mit Wix Code)
* Updates und Sicherheit ist Sache des Anbieter  * Nicht immer skalierbar
* Ansprechpartner bei Fragen vorhanden

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