So funktioniert das mit der Elektroauto Prämie

Nissan Leaf und e-NV 200

Die Bundesregierung und Vertreter der Autoindustrie haben sich auf eine Förderung der Elektromobilität geeinigt. Da sind noch einige Fragen offen, auf die der Captain Antworten weiß:

Für welche Modelle gibt es die Prämie?

Gefördert werden reine Elektroautos (mit 4.000 Euro Rabatt) sowie Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge (mit 3.000 Euro Prämie) bis zu einem Listenpreis von 60.000 Euro (netto). Damit ist der einzige Hersteller reiner Elektroautos, Tesla, ausgeschlossen. Sein Model S startet in Deutschland bei 69.425 Euro (netto). Aber auch BMWs i8 und alle Plug-In-Hybride von Porsche werden nicht unterstützt.

Genauso wenig wie Vollhybride. Bei diesen Autos speisen Motor und Bremsenergie (Rekuperation) eine Batterie. Bei einem Plug-In-Hybrid kann die Batterie zusätzlich an einer Steckdose aufgeladen werden. Förderung erhalten nur Plug-in-Autos.

Am Auto-Gipfel nahmen Vertreter von Volkswagen, Daimler und BMW teil. Sie haben der Prämie zugestimmt. Für alle weiteren Hersteller ist die Teilnahme freiwillig.

Renault verlängert seine bisherige Aktion und gibt beim Zoe, dem beliebtesten reinen Elektroauto in Deutschland noch 1.000 Euro hinzu, so dass die Prämie hier bei 3.000 Euro vom Autohersteller und 2.000 Euro vom Staat liegt. Macht zusammen 5.000 Euro Ersparnis für den Käufer.

Nissan Deutschland machte es genauso und erhöht die Prämie für den Leaf und den e-NV 200 noch um 1.000 Euro. Der japanische Hersteller zieht also insgesamt 3.000 Euro vom Kaufpreis ab. „Es ist für uns selbstverständlich, dass die Prämie einzig und allein den Kunden eines Leaf oder e-NV200 zugutekommt. Wir werden dies nicht für eine versteckte Preiserhöhung nutzen“, sagt Thomas Hausch, Geschäftsführer Nissan Center Europe GmbH.

Toyota unterstützt auf eigene Rechnung Käufer von Vollhybrid-Modellen ihrer Marken Toyota und Lexus. Bis Ende Juni 2016 erhält jeder Kunde, der sich für ein neues Lexus Modell mit Hybridantrieb entscheidet, eine Prämie von 3.000 Euro.

Kia Motors Deutschland unterstützt die Kaufprämie mit einem Herstelleranteil von 50 Prozent. „Die Entscheidung der Bundesregierung, die Elektromobilität stärker zu fördern, begrüßen wir ausdrücklich“, sagt COO Steffen Cost. Zugleich kündigte der Hersteller an, dass der Kia Soul EV ab sofort in einer neuen Ausführung als „Plug-In“ erhältlich ist.

Hier gibt es eine Übersicht (Tabelle) der im Angebot befindlichen Autos mit alternativen Antrieben.

Wann gibt es die Elektroauto Prämie?

Ab dem Tag des Kabinettsbeschlusses, vermutlich im Laufe des Monats Mai 2016. Der Autohändler muss an dem Programm teilnehmen. Die Prämie wird zu 50 Prozent direkt beim Kauf abgezogen. Die übrigen 50 Prozent gibt es auf Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – ähnlich wie bei der Abwrackprämie.

Wie lange gibt es die Prämie?

Zur Förderung stehen 1,2 Milliarden Euro. Es ist ein „Windhund“-Verfahren: Wer zuerst kommt, erhält die Prämie. Ist der Betrag aufgebraucht, endet die Förderung oder spätestens 2019 ist Schluss.

Die Fördersumme kommt zur Hälfte aus Steuermitteln und zu anderen Hälfte aus Preisreduktionen der Autohersteller. Bei einer gleichmäßigen Aufteilung auf Elektro- und Plug-in-Hybrid-Autos könnten also maximal 350.000 Fahrzeuge bezuschusst werden.

Laut Kraftfahrtbundesamt fahren 25.502 Elektroautos und 130.365 Hybrid-Fahrzeuge in Deutschland. Kämen bis 2019 noch 350.000 hinzu, wäre man bei rund einer halben Million Fahrzeuge. Das Ziel, eine Million Elektroautos bis 2020 auf den Straßen zu haben, ist damit nicht zu erreichen. Bei insgesamt 45,1 Millionen angemeldeten Pkws in Deutschland wären eine halbe Million alternative Antriebe gerade mal 1,1 Prozent.

Gibt es weitere Förderungen?

Ja, bei einem reinen Elektroauto entfällt für fünf Jahre die Kfz-Steuer. Danach gilt der halbe Steuersatz. Diese Befreiung gilt noch für Anmeldungen bis Ende 2020.

Städte können kostenlose Parkplätze anbieten, Hamburg tut dies. Dazu muss das Elektroauto allerdings ein E auf dem Kennzeichen haben.

Sollten Arbeitnehmer beim Arbeitgeber ihr Elektrofahrzeug aufladen, stellt dies keinen zu versteuernden geldwerten Vorteil da.

Was wird noch gefördert?

Zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur stellt der Bund 300 Millionen Euro bis 2020 zur Verfügung. Für die Schnelllade-Infrastruktur (Gleichstrom) stehen rund 200 Millionen Euro zur Verfügung, für die Normalladeinfrastruktur (Wechselstrom) werden rund 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Außerdem gibt der Bund 100 Million Euro für die Anschaffung von Elektroautos. Künftig sollen mindestens 20 Prozent Elektrofahrzeugen im Fuhrpark des Bundes rollen.

Wie macht es das Ausland?

Deutschland ist spät dran mit der Subvention für die Elektromobilität. Wie es Norwegen, Frankreich, Großbritannien und die USA machen, hat die Tagesschau gut aufbereitet. Allerdings fehlt in den USA der Abzug von der Bundessteuer. Hier können bis zu 7.500 Dollar geltend gemacht werden. Chevrolet bewirbt seinen Bolt EV mit einem Preis (30.000 Dollar), der bereits die Gutschrift berücksichtigt. Allerdings endet die Steuergutschrift bei 200.000 Fahrzeugen pro Hersteller. Bei Tesla könnte diese Zahl 2018 erreicht sein, so dass viele Model 3-Käufer nicht mehr in den vollen Genuss kommen. Doch wird die Förderung nicht abrupt beendet, sondern stufenweise zurückgefahren.

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